Donnerstag, 21. Januar 2010

Ich korrigiere:

Wenn man schon versucht, Polnisch zu lernen und nach Krakau möchte, dann...

Wenn man schon versucht, Polnisch zu lernen und nach Krakau reisen wird, dann...

Es steht. Krakau im Juni. Ich drehe durch. Hua.

From Zabrze with Love

Wenn man schon versucht, Polnisch zu lernen und nach Krakau möchte, dann sollte man sich auch mit der polnischen Kultur auseinandersetzen. Gestern abend entschied ich mich für die Popkultur und besuchte mit dem Galan ein Konzert der Familie Popolski - The Pops.

Bis Montag wusste ich nicht, dass "der Familie" eine Sendung im WDR hat, wusste nicht, dass es sie überhaupt gibt und vorallem nicht, dass ihr Großvater es war, der für einfach alle bekannten Lieder der heutigen Popgeschichte Text und Noten erdacht hat. Dummerweise wurde der Großvater abgezogen und seine Lieder nach und nach verhunzt. Nun haben der Popolskis eine Mission zu erfüllen.

Und das tun sie überaus gut. Live haben sie einfach mal schwungvoll und schmissig die Bühne als fähige Musiker und Komiker gerockt. Das zog gleich ins Becken.


Samstag, 16. Januar 2010

Sturmumwoben triefend nass: Von David Bowie und mir

Sein größter Traum war es, ein Konzert an Deck eines Schiffes zu spielen, das sich auf einer einzigen und überhaushohen Flutwelle durch Berlin walzt. Es war David Bowie der träumte. David Bowie hat viel Geld, glaube ich. Und er war ja auch schon als Major im All. David Bowie bekommt sein Konzert und ich habe eine Eintrittskarte.

Ein Kreuzfahrtschiff steht mitten in Berlin in einem eigens für diesen Anlass erbauten Hafen, Menschen tummeln sich und Bowie steht ganz oben auf einem Podest. Warum auch immer, ich gehe unter Deck und stehe in einem großen Raum. Es ist nicht viel los, ein paar Menschen sehen sich um. Groß ist er, der Raum. Rechts von mir Fenster durch die man mal Land mal Meer sehen soll und davor Geländer zum Festhalten. Ich stehe dort, halte mich fest und lausche. Die Musik beginnt; ein warnendes Dröhnen: Die Welle. Mit der Flut kommen die Menschen. Ich blicke in hektisch suchende Augenpaare, höre sie schreien und in Panik geraten. Es geht mir auf den Geist und ich verstehe nicht, was die nun haben. Sie flippen vollkommen aus, dabei war das geplant. Mit stoischer Ruhe umklammere ich die kalte Eisenstange und schwitze meinen Handabdruck hinein. "Es gibt keinen Grund auszurasten. Tut nur das, was ich auch tu. Leute, bitte.", sage ich und sie tun. Schön, wenn Menschen auf mich hören.

Die Welle umspült das Schiff, packt und reißt es mit gewaltiger Macht mit sich. Wir neigen uns senkrecht und meine Aufgabe ist es, mich einfach nur festzuhalten. Es funktioniert wunderbar, ich habe mich astrein verkeilt. Um mich rum fliegen sie nach unten und klatschen auf den Boden, der gerade noch Wand war. Blöd sind sie, denke ich. Was stehen sie auch einfach herum. Inzwischen liegen so viele verschwurbelte Körper dort, dass es nicht einmal schlimm wäre, wenn ich auch fiele. Ich landete weich und wohl gebettet auf Gebeinen. Ich hänge in der Luft und denke daran, wie doof die alle sind, da beruhigt sich die Lage und das Schiff geht langsam zurück in die Horizontale. Nun herrscht Stimmung wie nach einem fetten Sturm, ziemlich schön eigentlich. Die wenigen Überlebenden und ich atmen durch, berappeln und schauen uns um.

Etwas wackelig auf den Beinen bin ich schon, das gebe ich zu. Ist aber ja auch nicht alltäglich so ein Bowie Konzert und ich steh echt auf seine Musik. Mit grenzdebilem Blick suche ich den Raum ab und beschließe, mich mal genauer umzusehen, komme aber nicht dazu. Die Welle schwappt zurück, um uns heim in den Hafen zu transportieren. Gut, das gleiche Spiel noch einmal, wo ist mein Geländer? Aha. Ich gehe drauf zu, erreiche es allerdings nicht, denn aufeinmal schwingt da so ein mörderisches Gerät von Pendel direkt vor meiner Nase durch die Stube. Messerscharf kombiniert komme ich zu dem Urteil, dass wir dieses Mal mithelfen sollen; durch Schwung. Wie auf einer Spielplatzschaukel. Ich baumel mich schon mal ran da und bitte die umstehenden Flachpfeifen um Hilfe. Eine Frau tritt aus der kleinen Gruppe und klammert sich schreiend an das Pendel. Ich verdrehe die Augen und fühle mich bestätigt; Menschen sind scheiße.

Der Kutter torkelt nur. Keine großen Bewegungen kommen auf, er steht. Mist. Die schreiende Pendelfrau verliert vollkommen den Verstand und reißt die anderen mit. Sie wollen raus aus dem Raum und das zeitgleich und möglichst schnell. Nur noch eine Tür steht offen, die anderen sind undurchdringbar verschlossen. Sie laufen alle drauf zu und schaffen es hindurch. Die Schreielse keift mich an: Wir hätten keine Zeit, die Tür fiele jeden Moment zu. Stimmt soweit, es ist keine normale Tür. Eher so eine Indiana Jones mäßige fiese Falle-Falltür. Sie quetscht sich gerade noch so hindurch. Klappe zu. Endlich Ruhe.

Ausgezeichnet, ich sehe mich um. Eine Treppe führt hinauf, doch die Tür ist schon lange verschlossen. Zwei weitere Türen am anderen Ende des Raumes. Eine links und eine, einen kleinen Gang entlang und hinter einer Sitzgruppe, rechts. Ich nehme die Linke, bleibe im Rahmen stehen und erspähe ein immenses lila Bett auf braunem Teppichboden. Läufer aus Flokati, eine weiße Spiegelkommode, gelbes Licht. David Bowies Schlafzimmer. Nein, das ist mir zu privat und ich ziehe mich zurück. War jetzt auch kein so schöner Anblick, aber egal. Um die Ecke gehen, an der Sitzgruppe vorbei, auf zur anderen Tür. Kommt mir eine Geisha entgegen. Sie sieht mich an, gibt keinen Ton von sich, sagt aber irgendwie mit ihren Augen Hallo und trippelt auf einen überdimensional großen Sessel zu, in dem ein blonder Jüngling sitzt. Der war mir ja noch gar nicht aufgefallen. Weder Sessel noch Jüngling. Ich scheine zu stören, die beiden wollen sich privat verlustieren. Die Tür, genau.

Schon wieder so ein großer Raum, alles ist hier riesig. Panoramafenster direkt unter der hohen Decke geben den Blick auf einen blauen Himmel frei, nur ein paar zerfetzte Wattewolken da. Hellbrauner Teppichboden, Star Trek Kommandobrückenmobiliar überall, chillige Musik klimpert, Männer in Raumfahreruniformen sitzen plaudernd in den Polstern. Drogen sind im Spiel, ich rieche das. Obschon nicht abgeneigt davon, mich weiter mit dem Geschehen zu befassen, zieht es mich doch zur Geisha und ihrem Knaben. Ich wende mich ab, stehe auf der Türschwelle und sie möchte mir etwas sagen. Mein Telefon klingelt. Es ist Schneefrei und die Hausaufgabenhilfe fällt aus. Es wird ein toller Montag.

Samstag, 9. Januar 2010

Künstlerliebe


Wenn du arbeiten möchtest, schreiben musst, dann tu es selbst dann, wenn wir zusammen sind. Ich sähe dir dabei gern über die Schulter.
Warum?
Ich möchte sehen können, wie etwas entsteht, das nur aus dir kommt; ich möchte deine Gedanken sehen.

Lila und gelb ist eine der tollsten Farbkombinationen. Ich besitze LA Lakers-Klamotten, nur weil mir die Farben gefallen.
Du bist der erste Mensch, den ich kenne, der das auch denkt. Möchtest du ein Bild haben? Es ist das erste, das ich im Unterricht beendete. Das Thema war kacke, aber die Farben haben mich gerettet.

Samstag, 2. Januar 2010

Es paff.

Die fetten Tage sind vorbei. Jetzt und überhaupt.

"Und wie hast du Weihnachten verbracht?"

Zum ersten Mal zerlegte ich einen Festtagsbraten und es endete darin, dass der Vogel gedrittelt auf dem Tisch und zum "kann dann jeder für sich selbst filetieren" auf den Tellern landete. Zum Nachtisch gab es Eierlikör und jeder schlief selig an seinem Lieblingsplatz im Wohnzimmer ein. Anders hätte ich es nicht gewollt. Und doch war es das. Geplanter, eigenständiger, ferner der Familie, näher an der eigenen Liebe und dem Leben. Märchen kann man sich nicht vornehmen, sie passieren einfach.

"Und Silvester so?"

Och... gegen 20:00 waren wir rotzevoll und gingen so um halb elf auch mal zu Fuß los; durch den tiefen Schnee in die Stadt. In unserem Lieblingslokal bestellten wir Wein und Pizza bei einer Frau, der wir nach Mitternacht die Füße massieren wollten. Daraus wurde nichts, denn die Muschi hat die Pizza nie gebracht. Einer netten Matroneuse war das dann sehr unangenehm und sie kredenzte uns um fünf vor zwölf sehr rasch Pizza, Berliner und Eis. Wir aßen uns ins neue Jahr und waren derart satt, dass ich um ein Haar eine Waffel erbrach. Um halb vier wateten wir zurück nach Hause, trafen auf eine Freundin und warteten. Der Galan kam, man schlief fest. Am Neujahrsmorgen gab es dann Sex, Brötchen und einen guten Film. Am Abend quasi das gleiche noch mal. Nicht ganz so satt, aber mit viel mehr Käse. Den zweiten Januarmorgen begrüßten wir konsequent wieder mit Pizza und nahmen uns vor, früher mit dem Trinken beginnen zu müssen. Nachdem wir etwa eine Stunde Klamotten bei H&M anprobierten aber nichts kauften, tranken wir Cocktails um 16:00, man hat ja sonst keine Freude. Abschied.

Komm zurück, ich bekomme das Honigglas nicht auf.

Montag, 14. Dezember 2009

Von der, die sich zu Grabe trug

Es war einmal ein Mädchen, das lernte im vergangenen Jahr, was es bedeutet, jemanden so sehr zu verabscheuen, dass es über sich selbst hinauswuchs. Es stand auf und schrie so lange und laut, bis seine Brust beinahe vor Schmerz zersprang. Es wollte gar nicht schreien, denn es wusste, wie es mit dem bekannten Weh im Herzen umgehen musste; der Ablauf wäre klar gewesen. Der Schrei kam ganz automatisch, nachdem es merkte, dass dieser Schmerz ihm nichts außer weiteren Kummer brächte. Es stand auf und schrie das Unglück fort. Ein stolzes Mädchen lernte im vergangenen Jahr, was es bedeutet, Barrieren zu brechen.

Ein Mädchen lernte im vergangenen Jahr, Ängste zu überwinden, indem es auszog und allein durch fremde Städte ging. Es stieg in Züge und stand an Bahnhöfen, ohne zu wissen, wo es übernachten würde. Es lernte, dass groß sein nicht bedeutet, Hemmungen nur zu akzeptieren, sondern dass Abenteuer warten, wenn man einfach weitergeht.

Ein Mädchen teilte im vergangenen Jahr viel Zeit mit einem Menschen, der es wie niemand sonst versteht, einfache Abende in unvergessliche Spektakel zu verwandeln. Wie nie zuvor hat das Mädchen erkannt, was unumstößliche Liebe bedeutet.

Ein Mädchen lernte im vergangenen Jahr, dass es hilft, wenn man spricht. Es erkannte sehr genau, wer tatsächlich zu ihm hält und kann seine Dankbarkeit für Hilfe, Zuspruch und Geduld nie ausreichend in Worte fassen.

Ein Mädchen erfuhr im vergangenen Jahr, was mit ihm passiert, wenn es sich zu lange aufgibt. Ein Mädchen vergaß, wer es war; ein Mädchen wollte sterben. Stattdessen schnitt es sich die Haare ab und begann, seinen Kosmos im Chaos neu auszumachen.

Ein Mädchen hat im vergangenen Jahr erkannt, dass der vorgenommene Berufspfad schmerzt, also ging sie einen anderen Weg.

Einem Mädchen wurde im vergangenen Jahr eine kleine Aufgabe zuteil, die Freude, Musik, Freunde, Bekannte und Liebe mit sich brachte. Ein Mädchen war so betrunken, dass es inmitten fremder Menschen seine Absicht, ganz bestimmt heute noch knutschen zu wollen, unüberhörbar äußerte, es aber zur rechten Zeit vorzog, sich in einer stillen Ecke zu verlieren und mutmachenden Gedanken nachzugehen.

Ein Mädchen hörte im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinem besten Freund der Erinnerung zu - quälerisch und honigsüß. Ein Mädchen und sein Herzensfreund fanden mit großer Hilfe zwei Betten in der Bleibe eines Menschen mit großem Interesse für Star Wars, Nippes und Angelsport und Talent für die Zubereitung fürstlichen Frühstücks.

Ein Mädchen war im vergangenen Jahr sehr mutig, verspielte einige Karten und trägt nun behutsam des Buben Herz in der Brust.

Ein Käfermädchen stellte im vergangenen Jahr fest, dass es nie wieder Käfermädchen sein möchte - der Panzer ist zu klein geworden.

Ein Mädchen hat vor zwei Wochen polnische Kuhmagensuppe gegessen. Schmeckte wie die wabbeligen Stellen am Suppenhuhn, sah aus wie zotteliges Wurmgetier. War aber gar nicht so schlimm.

Ein Mädchen hat vor vier Tagen eine ehrenamtliche Arbeit angenommen, weil es sich als Kind immer vorstellte, als Erwachsener täte es so etwas.

Ein Mädchen wurde gestern gefragt, ob es nach Krakau reisen möchte.

Ein Mädchen hat lieb.

Ein Mädchen wird die Weihnachtsfeiertage multireligiös und aufmerksam erleben.

Ein Mädchen wird mit zwei wundervollen Menschen an seiner Seite in das neue Jahr ziehen - singend und strahlend; glücklich.

Ein Mädchen wird im kommenden Jahr viel mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es wird hoffen und bangen, fürchten und durchstehen. Es wird vertrauen und weiterhin reden. Ein Mädchen wird reisen, Asche machen, schreiben, zwischen Himmel und Hölle stehen, erschlagend viele Dinge kennen lernen.

Ein Mädchen wird in Polen tanzen.

Mittwoch, 18. November 2009

Gaawgh!

Heute schon zu Kackmusik und guten Bildern onaniert?