Samstag, 2. Januar 2010

Es paff.

Die fetten Tage sind vorbei. Jetzt und überhaupt.

"Und wie hast du Weihnachten verbracht?"

Zum ersten Mal zerlegte ich einen Festtagsbraten und es endete darin, dass der Vogel gedrittelt auf dem Tisch und zum "kann dann jeder für sich selbst filetieren" auf den Tellern landete. Zum Nachtisch gab es Eierlikör und jeder schlief selig an seinem Lieblingsplatz im Wohnzimmer ein. Anders hätte ich es nicht gewollt. Und doch war es das. Geplanter, eigenständiger, ferner der Familie, näher an der eigenen Liebe und dem Leben. Märchen kann man sich nicht vornehmen, sie passieren einfach.

"Und Silvester so?"

Och... gegen 20:00 waren wir rotzevoll und gingen so um halb elf auch mal zu Fuß los; durch den tiefen Schnee in die Stadt. In unserem Lieblingslokal bestellten wir Wein und Pizza bei einer Frau, der wir nach Mitternacht die Füße massieren wollten. Daraus wurde nichts, denn die Muschi hat die Pizza nie gebracht. Einer netten Matroneuse war das dann sehr unangenehm und sie kredenzte uns um fünf vor zwölf sehr rasch Pizza, Berliner und Eis. Wir aßen uns ins neue Jahr und waren derart satt, dass ich um ein Haar eine Waffel erbrach. Um halb vier wateten wir zurück nach Hause, trafen auf eine Freundin und warteten. Der Galan kam, man schlief fest. Am Neujahrsmorgen gab es dann Sex, Brötchen und einen guten Film. Am Abend quasi das gleiche noch mal. Nicht ganz so satt, aber mit viel mehr Käse. Den zweiten Januarmorgen begrüßten wir konsequent wieder mit Pizza und nahmen uns vor, früher mit dem Trinken beginnen zu müssen. Nachdem wir etwa eine Stunde Klamotten bei H&M anprobierten aber nichts kauften, tranken wir Cocktails um 16:00, man hat ja sonst keine Freude. Abschied.

Komm zurück, ich bekomme das Honigglas nicht auf.

Montag, 14. Dezember 2009

Von der, die sich zu Grabe trug

Es war einmal ein Mädchen, das lernte im vergangenen Jahr, was es bedeutet, jemanden so sehr zu verabscheuen, dass es über sich selbst hinauswuchs. Es stand auf und schrie so lange und laut, bis seine Brust beinahe vor Schmerz zersprang. Es wollte gar nicht schreien, denn es wusste, wie es mit dem bekannten Weh im Herzen umgehen musste; der Ablauf wäre klar gewesen. Der Schrei kam ganz automatisch, nachdem es merkte, dass dieser Schmerz ihm nichts außer weiteren Kummer brächte. Es stand auf und schrie das Unglück fort. Ein stolzes Mädchen lernte im vergangenen Jahr, was es bedeutet, Barrieren zu brechen.

Ein Mädchen lernte im vergangenen Jahr, Ängste zu überwinden, indem es auszog und allein durch fremde Städte ging. Es stieg in Züge und stand an Bahnhöfen, ohne zu wissen, wo es übernachten würde. Es lernte, dass groß sein nicht bedeutet, Hemmungen nur zu akzeptieren, sondern dass Abenteuer warten, wenn man einfach weitergeht.

Ein Mädchen teilte im vergangenen Jahr viel Zeit mit einem Menschen, der es wie niemand sonst versteht, einfache Abende in unvergessliche Spektakel zu verwandeln. Wie nie zuvor hat das Mädchen erkannt, was unumstößliche Liebe bedeutet.

Ein Mädchen lernte im vergangenen Jahr, dass es hilft, wenn man spricht. Es erkannte sehr genau, wer tatsächlich zu ihm hält und kann seine Dankbarkeit für Hilfe, Zuspruch und Geduld nie ausreichend in Worte fassen.

Ein Mädchen erfuhr im vergangenen Jahr, was mit ihm passiert, wenn es sich zu lange aufgibt. Ein Mädchen vergaß, wer es war; ein Mädchen wollte sterben. Stattdessen schnitt es sich die Haare ab und begann, seinen Kosmos im Chaos neu auszumachen.

Ein Mädchen hat im vergangenen Jahr erkannt, dass der vorgenommene Berufspfad schmerzt, also ging sie einen anderen Weg.

Einem Mädchen wurde im vergangenen Jahr eine kleine Aufgabe zuteil, die Freude, Musik, Freunde, Bekannte und Liebe mit sich brachte. Ein Mädchen war so betrunken, dass es inmitten fremder Menschen seine Absicht, ganz bestimmt heute noch knutschen zu wollen, unüberhörbar äußerte, es aber zur rechten Zeit vorzog, sich in einer stillen Ecke zu verlieren und mutmachenden Gedanken nachzugehen.

Ein Mädchen hörte im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinem besten Freund der Erinnerung zu - quälerisch und honigsüß. Ein Mädchen und sein Herzensfreund fanden mit großer Hilfe zwei Betten in der Bleibe eines Menschen mit großem Interesse für Star Wars, Nippes und Angelsport und Talent für die Zubereitung fürstlichen Frühstücks.

Ein Mädchen war im vergangenen Jahr sehr mutig, verspielte einige Karten und trägt nun behutsam des Buben Herz in der Brust.

Ein Käfermädchen stellte im vergangenen Jahr fest, dass es nie wieder Käfermädchen sein möchte - der Panzer ist zu klein geworden.

Ein Mädchen hat vor zwei Wochen polnische Kuhmagensuppe gegessen. Schmeckte wie die wabbeligen Stellen am Suppenhuhn, sah aus wie zotteliges Wurmgetier. War aber gar nicht so schlimm.

Ein Mädchen hat vor vier Tagen eine ehrenamtliche Arbeit angenommen, weil es sich als Kind immer vorstellte, als Erwachsener täte es so etwas.

Ein Mädchen wurde gestern gefragt, ob es nach Krakau reisen möchte.

Ein Mädchen hat lieb.

Ein Mädchen wird die Weihnachtsfeiertage multireligiös und aufmerksam erleben.

Ein Mädchen wird mit zwei wundervollen Menschen an seiner Seite in das neue Jahr ziehen - singend und strahlend; glücklich.

Ein Mädchen wird im kommenden Jahr viel mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es wird hoffen und bangen, fürchten und durchstehen. Es wird vertrauen und weiterhin reden. Ein Mädchen wird reisen, Asche machen, schreiben, zwischen Himmel und Hölle stehen, erschlagend viele Dinge kennen lernen.

Ein Mädchen wird in Polen tanzen.

Mittwoch, 18. November 2009

Gaawgh!

Heute schon zu Kackmusik und guten Bildern onaniert?


Dienstag, 10. November 2009

Und ihr Lächeln strahlt so sonderbar

Morgen, Hannover: Kaschte, G. und ich.

Meine Jugend auf den Punkt gebracht. Tränen werden fließen.



Sonntag, 25. Oktober 2009

Wer an morgen denkt...

Glücklich, vielleicht? Ja, ich denke schon.

Die Emo-Woche fand hier noch keinen würdigen Abschluss, es war so viel passiert. Aus dem Wunsch allein zu bleiben, wurde ein neuer Mensch geboren. Es dauerte eine ganze Weile, denn hinter der lustigen Emosache stand eine ganze Menge ernster Gedanken, die nicht hier, sondern tatsächlich be- und verarbeitet werden wollten. Irgendwann war gut mit Spaß und Firlefanz, da musste einfach mal geweint und zu viel getrunken, nicht geschlafen und ungesund ernährt, schlecht gefühlt und letztendlich Rat in Gesprächen gesucht werden. Der neue Mensch ist älter geworden und hat erkannt, dass er doch nicht so übel ist, wie es ihm eingeredet wurde. Obschon er noch nicht ganz glaubt, trägt er Hoffnung in sich und ist, das ist nun ganz wichtig, nicht allein.

Blod2.0 versucht nun also, ganz unbedarft das Glück an sich heran zu lassen. Frei von Zweifel, Angst und Misstrauen. Es ist schwer, aber wenn ich ganz still bin und lausche, dann weiß ich, dass man es mir einfach machen wird.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Ein Emo in der Spongebob-Hölle

Die vergangenen Tage konnte ich mich nicht wie geplant der Traurigkeit hingeben, denn ich hatte schwer zu tun. Da trifft man sich mit Freunden, trinkt Wein und isst komplette Käseblöcke, plaudert, spielt "Wer bin ich?" und hat Spaß. Außerdem habe ich als Babysitter meine Fähigkeiten in Rappel Zappel, Lotti Karotti, Memory und Thaddäus Tentakel-Imitationen ausgebaut, Plüschtiere fliegen lassen und Kastanien Leben eingehaucht. Nun ist aber gut mit Fröhlichkeit, denn heute geht es, wie bereits angekündigt, zum Friseur. Die emoeske Grundstimmung soll aber auch diesmal nicht lange anhalten, denn:

15:00 Kaffee und Kuchen für Blod
20:00 Drogen für alle
23:00 Schnaps, Musik und Gewimmel

Bis morgen, Freunde!