Freitag, 6. Juni 2008

Kiss - ein Konzertbericht. Ach, was sag ich... DER Konzertbericht!

Den gestrigen Tag verschlief ich beinah halb und bekam irgendwann sooo *zeig* einen Schädel, dass mir nichts anderes übrig blieb, als ranzig über der Sofalehne zu liegen und hin und wieder Yeah, ich hab sie gesehen zu keuchen. Gegen abend machte ich mich dann an all die wunderbaren Konzertfotos und die aufgenommenen Videos und schnitt daraus ein Megagigantoerinnerungsvideo mit Musik des Abends und allem Pipapo. Zeigen kann ich euch das so leider nicht. Vonwegen Urheberrecht und so weiter, denn die CD von der ich vor ein paar Tagen noch sprach, hab ich schon. Wie ich an die kam, lest ihr am Ende meines kleinen Konzertberichts.

Habt ihr auch alles?
- Jaa!
Haustürschlüssel?
- Jaa!
Wagen vollgetankt?
- Jaa!
Getränke für die Fahrt?
- Jaa!
Taschentücher?
- Jaa!
Portemonnaie?
- Jaa!
Wunderbar, gute Fahrt, viel Spaß und bis morgen dann.
- Danke, bis morgen!
Die Karten?
- OH MEIN GOTT!!!
Drei mal kontrollierte ich, ob ich meinen Labello eingesteckt hatte und vergaß die Karten beinah auf dem Küchentisch. Ich fürchte, die Geschichte wird mich familienfeiernmäßig Jahrzehnte verfolgen. Nachdem ich sie dann aber eingesackt hatte, ging die wilde Fahrt nach Hamburg los. Zu Hamburg nur so viel: Du kommst immer hin, aber wenn du erstmal drin bist, findest du dich nicht zurecht. "Nur eben um die und die Ecken und schon seid ihr da" bedeutet für Kleinstädter wie mich so viel wie "Nimm dir besser eine Flasche Wasser mehr mit, könnte ne Weile dauern". Die meiste Zeit der Fahrt verbrachten wir damit, eine der drei Einfahrten zur Color Line Arena zu finden. Am Stadion-Eck rein in die Stadienstraße und immer geradeaus. Wer hätte auch ahnen können, dass es so einfach ist.

Mit einem Liter Wasser intus, hatte ich es dann recht eilig, in die CoLinA zu gelangen und fegte die gefühlten 120 Stufen ins Obergeschoss hoch wie ein turbomoderner Besen halt so fegt. Nachdem mich ein netter Mann auf meinem Weg zu den Toiletten zu einem Gummi Twist-Spiel aufforderte, was ich leider ablehnen musste, da ich ja schon etwas dringendereres vorhatte, fand ich meinen kleinen Abort, der sich als ziemlich gruselig herausstellte. Denn als ich da, naja, halt so rumsaß, ertönte ein zunächst vorsichtiges, leises "Du" aus der Nebenkabine, das von Mal zu Mal lauter und merkwürdiger wurde. Ich fürchtete bereits, dass jeden Moment eine überlange Monsterklaue unter der Seitenwand hervorgeschossen käme, um mich in den Abfluss zu drücken und sich dann mein neues, obercooles Tourshirt vom ersten Merchandisestand an sich zu reißen. Passiert ist sowas dann aber nicht und ich gesellte mich zu meinen Mitkonzertbesuchern auf den gemütlichen Arena-Balkon und wir schütteten uns gepflegt mit Cola und Apfelschorle zu, während wir Leute beguckten. Einmal blamierten wir uns kräftig, indem wir in Schreie des Entzückens ausbrachen, als ein kleiner Junge mit übergroßem Kiss T-Shirt an uns vorbeizockelte und sich als Kleinwüchsiger entpuppte. Vermutlich passiert ihm sowas öfter und er nimmt es nicht so schwer, denke ich. Hoffe ich.

Die Vorband, vermutlich From first to Last, war gräßlich aber klug. Es wurde knallhart ohne Pause durchgespielt und wenn mal etwas gesagt werden musste, sagte es der Frontmann so schnell und stets mit Musik untermalt, dass niemand wirklich laut zu Buh-Rufen kam. Sie machen ihre Arbeit sonst sicher sehr gut, aber die Musik war ziemlich übersteuert und somit einfach unerträglich laut und wustig und als sie von der Bühne verschwanden, was sie sehr zügig taten, begann das schräge Pfeifen. Was ich ziemlich gemein fand, denn sie waren einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

Ich ging kurz raus (die Apfelschorle, ihr wisst schon), hörte dann aber recht bald wieder Musik aus der Konzerthalle und vermutete dahinter Lit als zweite Vorband, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Lit kamen nicht, nur Musik aus den Lautsprechern und sehr bald dann eine Mordsstoffwand, die die Bühne verdeckte. Uuuh.

Sie spielten früher als von mir vermutet und Ströme der freudigen Erregung rissen mich aus meinem Stuhl, als die Worte erklangen, auf die jeder Kiss-Fan abgeht wie ein Zäpfchen.

We want Kiss! We want Kiss! We want Kiss!

Alright Hamburg. You wanted the best, you got the best. The hardest band in the world. KIIIISS!

Bummpengzoschpow! Blitzende Lichter, Feuer, funkensprühende Gitarren, ein umherfliegender Sänger, Glitzerkonfetti-Kanonen, Blut, Brustbehaarung und Feuerwerk.

Ich weiß, klingt nach einem ganz normalen Abend bei mir zu Hause, aber die Musiker in den engen Hosen! Die Akustik war spitze und die Technik hat tolle Arbeit geleistet. Pauls Stimme war großartig. Ich hatte mit einigen schiefen Tönen gerechnet, die er manchmal einfach raushaut, aber es war alles vollkommen in Ordnung und sie hängten sich voll rein. Musikalisch und unterhaltungsmäßig haben sie alles geboten, was das musikliebende Herz umschmeichelt. Ein, zwei langsame Stücke wären vielleicht ganz schön gewesen. Über Shandi hätte ich mich sehr gefreut. Aber so war es einfach nur eine saucoole Par-Tay mit verdammt viel Kawumm.

Wie bereits erwähnt, wurde das Konzert mitgeschnitten und man konnte schon vorher Gutscheine für die CD erwerben, die man dann an einem Stand einlösen konnte. An einem Stand. An einem Stand mitten im Merchandiseraum. An einem Stand mitten im Merchandiseraum, zu dem ein Gitter führte, in das alle hinein wollten. Wenn ich mir auf den Toiletten nichts eingefangen habe, dann da. Es war warm und roch nach Schweiß, Alkohol und Pups. Hätte ich mich nicht mit zwei netten Leuten verbündet, wären mir garantiert noch mehr dickbäuchige, volltrunkene Primaten in die Kiste gerannt. Und so schlugen wir Schneisen, ließen uns gegenseitig abwechselnd vor und erhielten nach nur 40 Minuten unsere CDs.

Wir standen noch lange vor der Arena, unterhielten uns mit anderen Besuchern und ich traf den Gummi Twist-Mann wieder, der, nachdem ich auch seine Aufforderung zum Seilspringen ablehnte, nur noch zu einem Lächeln aus der Ferne bereit war.

Das war sie also, die Nacht der Nächte. Vermutlich nicht die schönste Nacht meines bisherigen Lebens, das wäre ja viel zu kitschig. Aber die coolste, kultigste, krachigste und konfettilastigste Nacht war es ganz ohne Zweifel. Kiss, man! Aah!

Kommentare:

wurmwesen hat gesagt…

Saugeilegute Fotos! Hast du die selbst gemacht? Dann hast du ja den pornösesten Platz der Halle gehabt!

Ich will JETZT SOFORT UNVERZÜGLICH auf ein Konzert..soviel Lust hast du mir gemacht mit deinem Geschreibsel :)

Frau Blod hat gesagt…

Danke. :)

Der Platz war wirklich gut, man hatte alles perfekt im Blick.

Liest man deinen Blog, vermutet man schnell, dass du sicher sehr bald wieder ein Konzert besuchen wirst, du Rockerbraut. ;)