Donnerstag, 14. Oktober 2010

Dieser Eintrag ist für Dich

Nun, ich schreibe nicht nur, sondern arbeite auch jeden Tag fleißig am Rest meines Lebens.
So hat es sich ergeben, dass ich durch die spontan aufgenommene Mitarbeit in der Hausaufgabenhilfe feststellte, wie gut ich mit Kindern kann und dass die ja alle süß sind und überhaupt (sogar die Verkorksten wollen eigentlich nur schmusen). Also packte ich diese Erkenntnis zu einer anderen: Ich weiß, dass ich mich beruflich mit unterschiedlichen Menschen umgeben und dass ich unterstützen muss.

Voilà!

Unterschiedliche Menschen/unterstützen + Kinder rocken = Ausbildung zur Erzieherin + anschließendes Studium der Sozialpädagogik/Psychologie/Deutsch auf Berufsschullehramt

Das nenn ich mal nen Plan.

Seit August schreibe ich also 1en in der Schule und habe den vermutlich besten Unterricht der Welt mit den vermutlich angenehmsten Lehrern der Welt und fühle mich so wohl wie nie zuvor. Meine Klassenkameraden habe ich bereits lieb gewonnen (wir zelten am Wochenende, yej!) und versuche, ihnen die coolste Klassensprecherin ev0r zu sein. Dass wir uns alle mögen ist kein Zufall, denn an den ersten Tagen der Einführungswoche fanden wir uns selbst. Man schmiss einfach die 100 sich einander unbekannten Schüler in den Park, ließ sie laufen und am Ende stand die Einteilung von selbst. Darauf ausgelegte Spiele trugen dazu bei, dass wir uns in der nachfolgenden Zeit kennen lernten und eine Gemeinschaft bildeteten.

Von Montag bis Mittwoch sitze ich also, nein, ich sitze eigentlich selten, mache ich da so... Dinge (große Philosophie der Schule: Unterricht selbst gestalten, aufstehen, tun, rausgehen, man selbst sein, entspannter und leichter lernen durch Freude, etc.) und trinke sehr viel Kaffee. Tolle Sache: Den Kiosk/Mensamenschen sagen wie man heißt und sie darum bitten, sich dein Gesicht und das einzuprägen, was du standardmäßig orderst. Das wirkt dann später so lässig, wenn man nur aufzutauchen braucht und die wissen Bescheid.

Jedenfalls bin ich nun bereits Semiprofi in Sachen Lernverhalten ("Lernen lernen"), Intelligenzen des Menschen, Wahrnehmung, Gruppenbildung, -dynamik und -phasen, "Präsentationsmethoden präsentieren" - ohne Schmu, Visualisierung, gestalterischem Ausdruck und einigen anderen wahnsinnig interessanten Themen.

Wenn ich von Montag bis Mittwoch Dinge tu, dann bedeutet das nicht, dass ich den Rest der Woche nichts mache, mitnichten! Donnerstag und Freitag arbeite ich mit den süßesten Kindergartenkindern zusammen und komme in Kontakt mit sehr viel Pipi, Kaka, Speichel und Schnodder. Und es macht mir absolut nichts aus. Zumindest nicht psychisch. Physisch bedeutet es eine permanente Belastung und ich bin quasi seit dem dritten Arbeitstag mit kleinen Unterbrechungen krank und hatte im Laufe von zwei Monaten eine Grippe, eine Mandelentzündung, nun einen Schnupfen und nicht zu vergessen die todbringende Zeckenborreliose! An der tragen die Kinder keine Schuld, aber dieser abscheuliche Bakterienklumpatsch der meinen Körper noch immer verseucht, bringt mit sich, anfälliger für einfach alles zu sein. Ihr seht, Gefahr ist mein zweiter Vorname.

Die ständig dräuende Gefahr lässt einen das Leben genießen, ich sag es euch, liebe Freunde. Da begibt man sich leichten Fußes in jede Angelegenheit, die einem die verschneite Landschaft der trüben Realität erwärmt.
Du sagtest mal, die Realität zu erkennen sei wichtig, damit wir die Lücken zwischen den vielen Ernsthaftigkeiten des Lebens auch tatsächlich mit Dingen füllen, die wir lieben. Dieser Satz sollte von da an tief in meinem reparierten Herzen verankert und auf ewig tragender Gedanke sein, um das zu tun, was ich am besten kann: Ichsein, wachsen und mich freuen. :D

!Freude!

  • Darüber, dass ich KISS in diesem Jahr wieder gesehen habe, aah!
  • dass ich seit Januar nicht mehr rauche. ...Ich stand draußen und wartete auf ein Taxi, da zündete ich mir eine an und rauchte sie. Das Taxi war noch immer nicht da, also lief ich flink ins Warme, um mir den Zigarettengeruch von den Händen zu waschen. Das war er, der Moment. Ich hörte einfach auf.
  • dass ich in München mit 11 mir wildfremden Frauen eine Woche auf dem Boden schlief, nur kaltes Wasser zur Verfügung hatte und Kentucky Fried Chicken überlebte.
  • dass ich zum ersten Mal in meinem Leben erkenne, dass ich wie eine der Frauen aussehe, die ich selbst für ihre Schönheit bewundere.
  • dass ich mich nur noch mit Dingen umgebe, die persönlichen Wert haben.
  • dass ich an mir und meiner Umwelt arbeite.
  • dass ich Fehler erkenne, mich nicht in dem daraus resultierenden Leid suhle und mich allem ergebe, sondern ein Ziel ins Auge fasse und stetig an mir und meiner Umwelt arbeite.
  • dass ich gelernt habe, eigene Wertschätzung auszudrücken. Es ist eine wunderbare Gabe, sich selbst kritisieren (und dann auch an sich arbeiten) zu können. Es aber nur dabei zu belassen, bedeutet ein trauriges Leben.
  • dass ich Reisende war und nun immer bin und nie bleiben muss.
  • dass...





...Darüber, dass jede Emotion bedeutet, dass ich noch lebe und liebe und atme, Freunde der traurigen Unterhaltungsbranche!




In Liebe,

Frau Stresserella Blod
Ich FREU mich!

1 Kommentar:

Große Freiheit hat gesagt…

Und ich mich erst!

NA-NANANA NANANA NANA-NANANA.